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Dienstag, 22. April 2008

Arbeiten in einem Traum

Ich bin Autor. Gut? Keine Ahnung. Ich schreibe ab und an Gedichte und Geschichten. Einige habe ich schon veröffentlicht, andere schlummern noch in der Schublade.

Als Autor kenne ich den Drang schreiben zu müssen. Wie jetzt. Ich habe tausend und eine Sache zu tun, doch ein unsichtbares Seil zieht mich zu Papier und Bleistift, mit denen ich meine ersten Gedanken festhalte. Meine Gedanken zu einer tollen Firma: CoreMedia.

Ich schrieb schon einmal über diese Firma unter dem Titel Hat Firmenkultur einen Wert? Ja, war meine Antwort. Und heute kann ich nochmals sagen: Ja!

Kopfgeldjäger

Oder auf Englisch: Headhunter. Eigenartigerweise scheinen sie mich zum Schreiben über CoreMedia zu inspirieren. Vielleicht, weil ich mir sonst nie Gedanken mache, ob ich die Firma wechseln sollte. Doch wenn einem Angebote unterbreitet werden: Allein durch meine Historie von zwei Firmenwechseln höre ich mir fast jedes Angebot an.

Erst kürzlich wurde ich wieder von einem Personalberater angerufen, der mir ein Angebot unterbreitete. Ich hatte ein nettes und interessantes Gespräch mit ihm. Meine letzte Frage war: Und wie ist die Kultur bei der Firma? Ich verwies darauf, dass es wirklich schwer werden würde, mich von CoreMedia weg zu locken, weil CoreMedia gerade einen so interessanten Wandel macht, den ich ungern verpassen möchte. Er äußerte Verständnis und dass er auch schon von Sören Stamer gehört habe und dem von ihm mit herausgegebenen Buch Die Kunst loszulassen.

Die Kunst loszulassen

Ich habe das Buch noch nicht gelesen. CoreMedia Mitarbeiter werden wohl diese Woche ein Exemplar erhalten. Und ich freue mich schon drauf. Ich freue mich so sehr darauf, dass ich bei dem Buch, das ich jetzt gerade lese, einen Zahn zugelegt habe: Der Seestern und die Spinne (engl.: The Starfish and the Spider). Das Seestern-Buch ist in mehrerer Hinsicht beeindruckend. Zum einen habe ich noch nie so viel über Apachen gelernt, zum anderen handelt es von dezentralen Organisationen und wie sich Firmen zu hybriden Organisationen, eine Mischung von zentral und dezentral, wandeln können. Und: Dabei schlagkräftiger zu werden. Vor allem aber beeindruckt hat mich: Das Buch ist bei uns, bei CoreMedia, ein Umlaufexemplar! Es wird von Mitarbeiter zu Mitarbeiter weitergegeben.

CoreMedia Open Space

Beim Lesen besonders beeindruckt hat mich der Verweis auf David Cooperrider, der mit der "wertschätzenden Befragung" (engl.: Appreciative Inquiry) ein Werkzeug für die Dezentraliserung einer Organisation schuf. Besonders interessant: Er bringt Leute aller Ebenen eines Unternehmens in 1-zu-1 Interviews zusammen, in denen wertschätzende Fragen gestellt werden und anschließend arbeiten diese Leute in Gruppen an Ideen und Visionen für das Unternehmen. Genau das gibt es bei CoreMedia. Es mag nahe liegen zu glauben, dass die Inspiration von David Cooperrider stammt - aber wie auch immer es bei CoreMedia dazu kam: Ich finde es beeindruckend, dass genau dieses Vorgehen bei CoreMedia gelebt wird. Beim CoreMedia Open Space.

Wandelbar

CoreMedia ist im Wandel. Die Kultur lebendig, interessant und für mich: fesselnd. Es macht ungeheuer Spaß, an diesem Wandel teilzuhaben, ihn zu erleben, ihn mit zu gestalten. Es ist so spannend, dass ich mich kaum davon losreißen kann. Ich habe das Gefühl, an etwas Zukunftsweisenden teil zu haben. Nach zwei "durchlebten" Firmen fühlt sich das eigenartig an. Unwirklich. Unwirklich schön.

Prof. Dr. Kruse

Unwirklich war auch das Erlebnis, dass bei CoreMedia über Prof. Dr. Peter Kruse und seine Ideen gesprochen wurde. Wie zum Beispel über Das Unternehmen als soziales Gehirn: Vernetzung, Erregung, Bewertung. Ein Thema, welches CoreMedia im Moment sehr prägt. Nicht zuletzt ist der CoreMedia Blog eine Form der Vernetzung im Unternehmen. Mit Bewertung, auch wenn diese kontrovers diskutiert wird.

Unwirklich war es insofern, als das ich wenige Tage später, ohne irgendeinen Zusammenhang von einem Mitarbeiter von Global Commons um Unterstützung gebeten wurde. Mit dem Verweis auf Prof. Dr. Peter Kruse und seine Firma nextpractice, die dies Vorhaben aktiv unterstützen. Das Treffen mit dem Mitarbeiter war toll und hat viel Spaß gemacht. Auch wenn es nicht Thema war, so sprachen wir doch auch über Organisationsstrukturen. Denn wo ist die Dezentraliserung mehr gefragt als bei globalen Themen, die kulturübergreifend angegangen werden sollen.

Begeistern

Das Wort steht auf einem der CoreMedia-Bilder. Und ja: CoreMedia begeistert. Als Kunde von CoreMedia kann ich darüber nicht urteilen, aber als Mitarbeiter auf jeden Fall. Mich begeistert CoreMedia. Ich bin schon gespannt auf das Buch, ich bin gespannt auf den nächsten CoreMedia Open Space und ich bin gespannt, ob andere Unternehmen auf dieser faszinierenden Welle des Enterprise 2.0 mit reiten werden.

Persönlich

Warum blogge ich hier? Hier in meinem persönlichen Blog? Alternativ könnte ich auch im CoreMedia Blog bloggen. Denn tatsächlich haben wir dort die Freheit "zu bloggen was uns zu bloggen beliebt". Was für ein Vertrauen! Doch ich wollte persönlich bleiben, persönlich wirken. Denn keiner hat mich beauftragt, diesen Blog Eintrag zu schreiben. Keiner bezahlt mich dafür. Es ist allein die Welle der Begeisterung, die mich trieb, dies zu schreiben. Und vielleicht wirkt es hier authentischer.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Kreative Destruktivität

Diese Woche habe ich zusammen mit drei Kollegen ein Seminar ISTQB Certified Tester besucht. Es hat viel Spaß gemacht und war sehr lehrreich. Besonders interessant fand ich den Einstieg, wo jeder der Teilnehmer Eigenschaften aufschreiben sollte, die ein (Software) Tester hat bzw. haben sollte.

Ich möchte Euch diese Liste nicht vorenthalten, die vom Trainer scherzhaft kommentiert wurde mit „Wollen Sie mit so jemandem wirklich zusammen arbeiten?“:

  • analytisch
  • aufmerksam
  • destruktiv
  • deutlich
  • exakt
  • ganzheitlich
  • gemein
  • genau
  • gewissenhaft
  • gründlich
  • hartnäckig
  • intuitiv
  • kann in viele Rollen schlüpfen
  • kann Kundensicht einnehmen
  • kommunikativ
  • kreativ
  • motiviert
  • neugierig
  • sachlich
  • selbstkritisch
  • sorgfältig
  • sozialkompetent
  • untouchable
  • zuverlässig

So sollte also wohl dann ein Stellenangebot für einen Tester/Qualitätssicherer lauten:

Wir suchen zum nächstmöglichen Termin einen kreativ destruktiven Tester. Sie sollten genauso in die Rolle unserer Kunden schlüpfen können, wie sozialkompetent gemein sein. Ebenso intuitiv analytisch wie sachlich selbstkritisch. Interessiert Sie unser Angebot? [...]

Ich fand die Liste (sie ist hier nur zum Großteil im exakten Wortlaut wiedergegeben) sehr interessant und in vielen Punkten treffend. Natürlich bin ich gemein: Ich weiß einfach, dass ein Feld zur Zahleneingabe gerne mal streikt, wenn man plötzlich Buchstaben eingibt oder ähnliches. Und natürlich tue ich es dann auch. Und sei es nur aus der oben genannten Neugier heraus, ob ich mit meinem error guessing richtig liege.

Montag, 10. September 2007

Hat Firmenkultur einen Wert?

Durch eine Anmerkung bei der Arbeit kam in mir letztens die Frage auf: Hat Firmenkultur einen Wert? Oder anders gefragt: Bin ich bereit auf ein höheres Gehalt zu verzichten, wenn es eine (gute) Firmenkultur gibt?.

Es gibt zwei von drei Perspektiven, aus denen ich diese Frage beleuchtet habe. Die erste ist die einfachste: meine Perspektive. Dann gibt es noch die Perspektive anderer, die wie ich bei CoreMedia arbeiten. Diese klammere ich aus. Darüber sollen lieber andere kommentieren oder bloggen. Und schließlich gibt es noch die Sicht derer, die sich bei CoreMedia bewerben.

CoreMedias Kultur

CoreMedia hat eine Kultur. Ohne Zweifel. Sie ist anfangs von der Geschäftsleitung der Firma aufgedrückt worden und in Form von Workshops vermittelt worden. Vorher existierte „nur“ die gewachsene Kultur, die sicherlich jede Firma hat. Bereits diese gewachsene Kultur habe ich, im Vergleich zu meinen zwei vorigen Arbeitgebern, als äußerst angenehm empfunden.

Die neue Firmenkultur CoreMedias wirkte auf andere – wie auch auf mich – teilweise wie altgehabt: Dinge, die bereits vorher gelebt wurden, waren nun einfach nur in Worte gegossen. Doch es ist weit mehr geworden und es war sicherlich weit mehr, auch wenn ich es noch nicht so wahrgenommen hatte. Nicht zuletzt auch durch einen weiteren Workshops, der gerade stattgefunden hat. Er ermöglichte es allen Mitarbeitern die ganze Kultur auf den Prüfstein zu legen. Und mehr: Die Elemente der Kultur entscheidend zu beeinflussen.

Ein paar Dinge wurden auf dem zurückliegenden Workshop angepasst. Der Kern der Kultur ist aber bestehen geblieben. Für mich ist das wichtigste Schlagwort der CoreMedia Kultur das Wort „wertschätzend“: Der Umgang bei CoreMedia ist wertschätzend. Sowohl im normalen Alltagsgeschäft als auch gerade bei Konfliktsituationen.

Erst diese Wertschätzung des anderen/der anderen Meinung schafft eine Atmosphäre der Offenheit und Vertrautheit. Man kann (wenn man will) bei CoreMedia mit jedem über alles reden. Seien es über persönliche oder geschäftliche Dinge, sei es mit dem Kollegen oder der Geschäftsleitung.

Wert: Persönliche Einschätzung

Hat diese Kultur für mich einen Wert? Ja. Sie zu beziffern fällt mir allerdings schwer: Zumindest ein Angebot, welches ein wenig (aber spürbar) über meinem jetzigen Gehalt lag, habe ich abgelehnt. Abgelehnt vor allem, weil mir die Kultur der Firma von der Wortwahl her nicht gefiel (aber immerhin: sie war beschrieben), zum anderen aber eben auch, weil das Geld mich nicht genügend animierte. Wieviel höher das Angebot war? – Wird nicht verraten: Ich brauche noch Verhandlungsspielraum.

Wert: Bewerber

Als ich bei CoreMedia anfing, gab es diese Form der Kultur noch nicht. Ich wurde nur, wie bei vielen anderen Firmen, darauf hingewiesen, dass alle Büros stets offene Türen haben. Doch dies war kein Unique Selling Point, im aussterbenden Deutsch auch bekannt als: Alleinstellungsmerkmal.

Wie es heute für Bewerber ist, kann ich nur versuchen zu erahnen. Wie ich hörte, wird diese Kultur im Bewerbungsgespräch erwähnt. Aber was hat eine Kultur für einen Wert, die man nicht kennt? Kann man auf die Versprechungen der Firma vertrauen? Oder wartet hinter den Kulissen nicht doch nur Mobbing und Frustration?

Wer dies liest, kennt schon ein Mittel, dem zu begegnen: Mitarbeiter, die über die Kultur bloggen. Mitarbeiter, die berichten, wie viel Spaß es macht, bei CoreMedia zu arbeiten. Und CoreMedia fördert dies. Ich kann mich, so glaube ich, an dutzende von Aufrufen von Sören Stamer erinnern, dass wir doch in die Welt hinaus gehen mögen, um zu bloggen. Sehr schön von ihm auch dargestellt in einem Interview anlässlich der SCOPE 07 – The Future of Learning Conference.

Ein anderes Mittel sind CoreMedias Workshops, die derzeit jedes Quartal stattfinden. Zu diesen werden inzwischen vermehrt auch Externe eingeladen, so dass CoreMedias Kultur erlebbar wird. Ich wette, wenn ein Bewerber fragt, ob er an einem solchen Workshop teilnehmen könnte: Er wäre herzlich willkommen. Und es wäre meiner Ansicht nach besser als ein Schnuppertag, wie ihn andere Firmen anbieten: Einen Tag lang am normalen Alltagsgeschäft teilnehmen. Denn: Die Workshops sind intensiv und man hat auf einen Schlag alle Mitarbeiter beisammen und kann sie z. B. in persönlichen Interviews kennen lernen.

Fazit

Ich, der ich nun inzwischen dank zwei Firmenwechseln schon viele Bewerbungsgespräche erlebt habe, sehe diese Kultur und diese Möglichkeiten bei CoreMedia wirklich als Alleinstellungsmerkmal. Ein Alleinstellungsmerkmal, dass auf jeden Fall für mich einen hohen Wert hat.