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Mittwoch, 17. Juni 2009

Iran: Cyberrevolution – Die Macht der 140 Zeichen

Hint: You can find the English Version of this posting on my English Blog.

Die letzten Stunden habe ich das Gefühl, etwas Besonderes zu erleben. Seit den Wahlen in Iran am Freitag und der Verkündung der im wahrsten Sinne des Wortes unglaublichen Wahlergebnissen brodelt es im Iran.

Der Vorwurf: Wahlbetrug. Und das hallt nicht nur durch die Straßen Teherans – nein, es hallt durch die Weiten des Internets mit einem tausendfachen Echo. Das Echo hat einen Namen: „Retweet“. Und das Medium des Echos ist eine Erfindung, der ich in den letzten Tagen wirklich den Titel „Revolution des Internets“ zuerkennen möchte: Twitter.

Ein kleiner Blog – ein „Microblog“

Twitter ist ein sogenannter Microblog. 140 Zeichen hat ein Mensch, um seinen Gedanken, Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Und wer hätte gedacht, dass so wenig Text je so viel Emotionen transportieren und wecken können.

Twitter in den Nachrichten

Seit zwei Tagen ist Twitter auch permanent in den Nachrichten des deutschen Fernsehens vertreten. Isabel Schayanis, Islamwissenschaftlerin und Redakteurin bei Monitor, formulierte es heute sehr schön in einem Kommentar in den Tagesthemen: „Und was sind ihre Waffen? Sie halten ihre Handys in die Luft!“ - Denn mehr bedarf es nicht, um via Twitter einen 140-Zeichen langen Text rund um den Globus zu schicken.

Retweet-Wellen

Damit das klappt, braucht man Retweets. Denn eigentlich bekommen nur diejenigen die 140-Zeichen-Nachricht, die einem „folgen“. Einige haben „nur“ 20 sogenannte „Follower“ andere haben tausende.

Damit nun eine Nachricht sich in alle Freundeskreise verteilt, nehme ich zum Beispiel die Twitter-Nachrichten (kurz: Tweets) von Masiar auf, setze ein „RT @masiar:“ davor und sende die Nachricht erneut los. Und schon haben nicht nur Masiars Follower die Nachricht, sondern auch meine.

So schwappen gerade ganze Retweet-Wellen durch Twitter. Teils nur kurze Nachrichten, man sei auf der Demonstration, teils mit Links zu Bildern und Videos direkt vom Ort des Geschehens.

Hashtags

Und damit alle Informationen auch gefunden werden, werden die Tweets mit sogenannten Hashtags versehen. Schlag- oder Schlüsselworte hätte man es früher vielleicht genannt, Tags seit kurzem etwa in Bookmark-Diensten und in Twitter nun die Hashtags: Die Schlüsselworte beginnen alle mit einem Doppelkreuz, dem „Hash“, so dass Dienste wie Hashtags.org genau nach diesen Hashtags die Nachrichten filtern können. Die bekanntesten Hashtags zum Thema Iran-Wahl sind derzeit:

  • #iran
  • #iranelection
  • #gr88 – steht für „Green Revolution 1388“ und stammt, so ich das richtig sehe, aus der Feder des Twitter Users @iran09 – Iran Election 2009. „1388“ ist dabei das Jahr 2009 in iranischer Zeitrechnung.
Beeindruckend auch der bei Hashtags.org zu findende Verlauf der Verwendung etwa des Tags #iranelection:

Ich fühle mit euch!

Für mich transportieren diese Nachrichten Emotionen – ich fühle mich sicherlich nicht direkt vor Ort – aber ich fühle mit den Iranern, die sich um ihre Stimme betrogen fühlen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass diese Cyberrevolution – diese Revolution, angeschürt durch das Internet – zu einem Erfolg wird. Ein Erfolg ohne großes Blutvergießen (leider wurde schon Blut vergossen), sondern friedlich – mit dem Handy zum Protest erhoben!

Berliner Morgenpost – Der Iran twittert Morgenluft

Sehr lesenswert zu diesem Thema ist der Beitrag aus der Berliner Morgenpost vom 16.06.2009, mit dem schönen Zitat: „Der Iran twittert Morgenluft“. Der Artikel erklärt mit verständlichen Worten, was Twitter eigentlich ist und das wir hier womöglich gerade die „Revolution der Revolution“ erleben. Und damit spricht der Artikel mir aus tiefstem Herzen.

Weitere Links im Netz

Sonntag, 14. Juni 2009

Home – Dein Zuhause

Hint: You can find the English Version of this posting on my English Blog.

Gerade habe ich einen der wohl beeindruckensten Filme gesehen, die ich je gesehen habe. Sein Name ist einfach – einfach nur „Home“. Ich würde es übersetzen mit „Zuhause“. Der Film geht uns alle an. Er ist persönlich, er redet von Dir! Dir, dem weisen Homo Sapiens!

Unsere Erde ist schön

Nach wenigen Minuten des Films war es mir klarer als je zuvor: Unsere Erde ist schön. Die Natur hat Dinge von einer Schönheit geschaffen, die nie ein Mensch hat schaffen können. Die Natur hat uns während Billionen von Jahren den Weg geebnet, damit wir hier heute sein können.

Sie trägt unsere Wunden

Der Leib ist zerschunden. Tiefe Wunden wurden ihr gerissen. Das Elixier des Lebens strömt aus diesen Wunden. Nein, sie wird nicht sterben – sie nicht. Wohl aber die, die ihr diese Wunden beigebracht haben. Und ich bin einer von ihnen. Ich bin einer derjenigen, der tagtäglich der Erde Wunden zufügt.

Es ist zu spät ein Pessimist zu sein

Der Film ist schön, er ist bedrückend, er weckt Hoffnungen. Alles in einem. Der, so glaube ich wichtigste Satz: „ It's too late to be a pessimist.“ - „Es ist zu spät ein Pessimist zu sein.“

Ich wurde pessimistisch beim Sehen dieses Films. Eine Verzweiflung stieg in mir hoch, die mich zwar jeden Tag begleitet, die ich aber immer wieder erfolgreich verdränge. Doch der Film lässt einem in diesem Pessimismus nicht allein. Er zeigt Wege aus der Krise, Wege die längst beschritten worden sind. Nur: Wir müssen sie alle beschreiten:

„It's up to us to write what happens next – Together!“
„Es ist an uns zu schreiben, was als nächstes passiert – Gemeinsam!“

So ein weiteres Zitat. Vielleicht sind Bemühungen wie Global Commons dazu genau der richtige Weg. Es ist ein möglicher Weg, die Völker zu verbinden, so dass wir gemeinsam schaffen, was der einzelne, ja selbst die einzelne Nation nicht zu schaffen vermag.

Anderthalb lohnende Stunden

Kein guter Film im Fernsehen? Zeit sich ein wenig zurück zu lehnen? Dann unbedingt diesen Film angucken und weiterempfehlen. Das Englisch ist leicht zu verstehen – und dankenswerter Weise gibt es bei YouTube auch noch eine Version mit deutschem Untertitel.

Capture from Movie "Home"

Sonntag, 8. Februar 2009

Sicheres WLAN per Linksys WRT54GL

Kaum hatte ich ein Notebook, schon brauchte ich ein WLAN Router. AVM FRITZ!box wäre meine erste Wahl gewesen, war aber preislich unattraktiv für mich. Die zweite Wahl, und wie es scheint, die richtige Wahl, war der Linksys WRT54GL.

Inzwischen bin ich hochzufrieden mit dem Gerät, doch es gab einige Stolpersteine, die ich hier kurz aufzählen möchte, da ich zu einigen im Internet Fragen fand - ohne wirklich ausreichende Antworten.

Problem 1: Geben Sie Ihr Passwort ein

Ich hatte angefangen, der Schritt-für-Schritt-Anleitung der Linksys-CD auf meinem Windows-Vista-Desktop-PC zu folgen. Doch nach Schritt 7 hakte es: Plötzlich fragte mich das Programm "Geben Sie Ihr Passwort ein". Eigene Passworte taten nicht und im Netz gab es den Verweis auf die Standardeinstellung "Leerer Benutzername" und Standard-Passwort "admin". Doch jedes mal, wenn ich "Weiter" klickte, wurden kurz die Einstellungen gespeichert, dann das Passwort abgefragt und dann war ich wieder auf dem gleichen Bildschirm.

Ich versuchte alles, u. a. auch einen Reset der Routers. Die Zeit, wie lange man den Knopf drücken soll schwankt je nach Quelle zwischen 10 und 30 Sekunden. Da nimmt man zur Sicherheit schon mal lieber 60 Sekunden.

Die Lösung war schließlich recht einfach: Mein Rechner hatte noch eine feste IP. Schritte zur Behebung:

  1. Netzwerk- und Freigabecenter öffnen
  2. "Netzwerkverbindungen verwalten" anklicken.
  3. Rechtsklick auf "LAN-Verbindung"
  4. "Eigenschaften" auswählen
  5. Die Eigenschaften meiner Netzwerkkarte erschienen.
  6. "Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)" anwählen und "Eigenschaften" drücken.
  7. Hier wechseln zu "IP-Adresse automatisch beziehen".
  8. Schließlich im Netzwerk- und Freigabecenter noch "Diagnose und Reparatur" anwählen und alles war ok!

Problem 2: Sichere Kommunikation

Wer WLAN kennt, wird auch um die Sicherheitsbedenken wissen. Ich habe dazu inzwischen einiges gelesen. Meine Quintessenz:

  1. Die SSID sollte ähnlich einem Passwort möglichst ein wenig kryptisch sein. Vielleicht ein "E" durch eine "3" austauschen, Os durch Nullen, etc. Die SSID ist die Identifikation die der Router ausstrahlt, damit sich Notebooks mit ihm verbinden können.
  2. Die SSID-Übertragung (SSID Broadcast) sollte deaktiviert werden. Das ist jedoch gar nicht so leicht. Dazu gleich noch mehr.
  3. Als Sicherheitsmodus sollte WPA2-PSK gewählt werden.
  4. Als WPA-Algorithmus: AES
  5. Der gemeinsame Schlüssel sollte sehr, sehr kryptisch sein und kann bis zu 63 Zeichen lang sein. Im Normalfall muss man diesen nicht jedes Mal eingeben, sondern Windows speichert diesen. Daher griff ich zu Keepass Password Safe (ein Programm, dass ich rundum empfehlen kann) und ließ ein 63-Zeichen langes Passwort generieren mit allen hübschen Zeichen, die es so gibt. Natürlich speicherte ich es zur Sicherheit auch gleich in Keepass.
  6. Den Wireless-MAC-Filter. sollte man aktivieren. Linksys bietet dazu über "MAC-Adressen-Filterliste bearbeiten" und dann "MAC-Liste der Wireless-Clients" eine einfache Möglichkeit, die MAC-Adresse des Notebooks hinzuzufügen, sobald dieses verbunden ist. Die MAC-Adresse ist so etwas wie die eindeutige Identifikationsnummer der Netzwerkkarte. So kann also nicht jedes X-beliebige Notebook den Router nutzen. Dann muss natürlich noch "nur zulassen" ausgewählt werden, so dass die Rechner in der Liste genau die sind, die auch den Router nutzen können.
  7. Unter "Verwaltung/Verwaltungsfunktionen" sollte man dann noch den Zugriff auf den Router per HTTPS einrichten. Leider ist dies kein offiziell signiertes Zertifikat und so muss man etwa Firefox erst dazu überreden, die Verbindung doch herzustellen.
  8. Und wo man gerade auf HTTPS umgeschaltet hat... sollte man auch gleich noch die Standard-IP des Routers ändern. Die darf in dem für Heimnetzwerke üblichen Bereich von 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 liegen. Dadurch können Seiten im Internet nicht ohne weiteres Versuchen, direkten Zugriff auf den Router zu nehmen. Einen entsprechenden Hinweis las ich im Mindfactory.de-Forum.

Problem 3: SSID Broadcast deaktivieren

Wie oben beschrieben, sollte man den SSID Broadcast deaktivieren. Ist die SSID des Routers ausreichend kryptisch gewählt, wird es so noch schwerer, zu raten, wie man sich mit dem Router verbinden soll. Die Übertragung abzuschalten geht über die Router-Konfiguration recht schnell. Aber: Einmal das Notebook neu gestartet und es kannte das Netzwerk nicht mehr. Man musste von Hand die SSID und den gemeinsamen Schlüssel eingeben. Ärgerlich, wenn es, wie bei mir 63 Zeichen sind.

Es dauerte eine Weile, bis ich den Grund für das Problem gefunden hatte und es beheben konnte:

  1. Netzwerk- und Freigabecenter aufrufen.
  2. "Drahtlosnetzwerke verwalten" anwählen.
  3. Rechtsklick auf das WLAN-Netzwerk.
  4. "Eigenschaften" auswählen.
  5. "Verbinden, selbst wenn das Netzwerk keine Kennung aussendet" aktivieren.
  6. Und fertig.

Problem 4: Doppelte Netzwerke

Aus einem mir nicht ersichtlichen Grund erschien das Netzwerk zwei Mal. Einmal mit dem normalen Namen, einmal mit einer "2" hinten dran. Ich habe das Problem blauäugig gelöst, ohne genau zu wissen, was ich da tat. Aber immerhin: Es funktionierte.

  1. Netzwerk- und Freigabecenter öffnen.
  2. Beim verbundenen Netzwerk "Anpassen" wählen.
  3. Unten ist der vielsagende Link: "Netzwerkstandorte zusammenführen oder löschen"
  4. Hier kann man jetzt bequem die beiden Netzwerke verschmelzen oder etwa alte löschen.

Problem 5: Geschwindigkeit des WRT54GL

Dank eines ausführlichen Tests bei ZDNet.de fand ich einen Hinweis auf eine Performance-Optimierung, der ich sofort nachkam. Und zwar sollte man unter dem Reiter "Wireless/Grundlegende Wireless-Einstellungen" den Netzwerkmodus "Nur G" wählen. Ansonsten kann es laut ZDNet.de zu Performance-Einbußen kommen. Ohne den Effekt wirklich zu spüren, klappte alles aber einwandfrei. So hoffe ich mal, dass ich nun performant unterwegs bin.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Todesstoß für Qype

Bis gestern war ich Qype-Fan. Qype ist eine Web2.0 Plattform, um Plätze zu bewerten, etwa Restaurants in deiner Nähe. Ich war recht aktiv - zumindest für meine Verhältnisse: Insgesamt 35 Beiträge, jeder mit viel Herzblut und Überzeugung geschrieben.

Am 29.09. wurden alle Qyper im internen Nachrichtensystem informiert, dass sich das Punktesystem ändern wird. Kurz zusammengefasst: Statt dass etwa Bewertungen für Beiträge durch die Community (wie "hilfreich") Punkte bringen sind es jetzt rein nur noch die Beiträge - ungeachtet deren Qualität. Ebenso bringt es jetzt viele Punkte sogenannte "Events" anzukündigen, z. B. das Herbert Grönemeyer Konzert um die Ecke.

Das entfachte eine rege Diskussion in Qype mit vielfältigen Ansichten. Auch ich konnte mich meiner Meinung nicht enthalten. Wie ich später erfuhr gibt es eine parallele Diskussion im Qype Forum.

Ich prägte den Slogan Masse statt Klasse der in der Folge oft zitiert wurde. Und leider scheint sich ebendies zu bewahrheiten. In einer persönlichen Nachricht erfuhr ich etwa, dass es tatsächlich schon zu ersten Ausschreitungen gekommen sei. Einige Qyper fangen nun an jede Menge Events einzustellen und 2-zeilige Beiträge abzuliefern z. B. über alle REWE-Märkte im Umkreis.

Heute dann die nächste Hiobsbotschaft: Für viele Punkte gibt es jetzt bei Qype einen iPod bzw. einen USB-Stick. Damit führt Qype nun auch noch eine harte Währung ein. Zusammen mit der Punkteumstellung unterstreicht es eigentlich nur noch: Es lohnt sich bei Qype viele Beiträge zu schreiben - aber nicht, sich mit der Qualität aufzuhalten.

Mich bestätigt es in meiner Ansicht, die ich bereits im CoreMedia Blog kundgetan habe: Belohnungssysteme, egal welcher Art, ob Karma, Punkte oder (letztendlich) bares Geld haben einen großen Einfluss auf die Community und auf die Art und Weise, wie Beiträge für die Community geleistet werden. Wer immer eine Community sein eigen nennt oder nennen will, sollte sich dies bewusst machen.

Ich, der ich gerade in letzter Zeit vielfach Qype gepriesen habe, verliere nun zum ersten Mal mein Interesse an Qype. Das bedaure ich sehr!

Freitag, 9. Mai 2008

Kein Support für potentielle Kunden

Ich teste gerade die neueste Version von Corel Paint Shop Pro X2. Interessiert bin ich etwa an Themen wie HDR-Bearbeitung etc.

Mit der Testversion hatte ich gravierende Probleme: U. a. rauchte Vista mit einem Bluescreen ab und danach musste sich mein RAID erst einmal regenerieren. Krass, was so ein bisschen Software doch hinkriegt.

Ich kontaktierte den Support und bat um Hilfe. Die erste Unterstützung brachte gar nichts (Antivirus abschalten, Programm als Admin ausführen). Erst in der zweiten Email erfuhr ich dann, dass PSP beim ersten Start eine Datenbank erstellt... und dabei offensichtlich minutenlang so lahm ist, dass es wirkt wie abgestürzt.

Soweit lief der Supportfall ok, bis ich auf den letzten Absatz stieß:

Wir haben jedoch fuer Testversionen keinen freien technischen Support, zumal Ihr Problem aus der falschen Benutzung von Vista zurueckzufuehren ist. Fuer weitere technische Hilfe muessten Sie jedoch bezahlen.

Lassen wir mal meine angeblich falsche Benutzung von Vista außer Acht (eine Behauptung, die ich für falsch halte). Muss ich aus dem Schreiben jetzt schließen:

Die Probleme eines potentiellen Kunden interessieren uns nicht!

Ich bin erschüttert. Es fällt mir wirklich schwer, für diese Äußerung Verständnis aufzubringen (ein klein wenig mag es mir gelingen). Und wenn ich nicht von dem Programm selbst überzeugt wäre, müsste ich Corel eigentlich den Rücken kehren.

Donnerstag, 31. Januar 2008

1000x Wong the Web

Der große Tag ist da. Der Tag auf den ich so lange gewartet habe, vor dem ich vor Ehrfurcht erzitterte: Der Tag an dem ich mein tausendstes Bookmark im Social Bookmarking Dienst Mister Wong anlege.

Und wie sind nun meine Erfahrungen mit Mister Wong? Ich startete als Fan, nachdem ich vorher kurz mal bei del.icio.us reingeschnuppert hatte. Und ich bin immer noch Fan von Mister Wong, auch wenn ich eine ganze Zeit um das schöne (alte) Logo bangte, welches Mister Wong im Rahmen eines Wettbewerbs zu ersetzen suchte. Für mich hat Mister Wong immer noch ein Gesicht, wie damals, in der guten alten Zeit. Heute ist Mister Wong, beziehungsweise das Logo, nur noch ein Strichmännchen. Aber: Es gefällt mir und ist einprägsam.

Freundliche Erschaffer

Natürlich ist ein Logo nun wahrlich nicht das Wichtigste bei einem Social Bookmarking Dienst. Geprägt wurde meine Beziehung zu Mister Wong unter anderem durch den tollen Kontakt mit Mitarbeitern von construktiv, den Erschaffern von Mister Wong. Immer freundlich, immer eine schnelle Antwort auf Vorschläge - auch wenn das Umsetzen der Vorschläge manchmal recht lange dauert.

Gelohnt hat sich das Social Bookmarking für mich auf jeden Fall. Noch nie habe ich so permanent meine Bookmarks verwaltet. Meist gingen die Bookmarks beim nächsten Browserwechsel verloren oder bei der Installation eines neuen Betriebssystems. Und an eine Synchronisierung zwischen Bookmarks auf der Arbeit und Daheim war kaum zu denken.

Bookmarks schnell zur Hand

Und selbst wenn ich Bookmarks hatte: Ich selbst habe sie fast nie verwendet. Es waren einfach zu viele - wie sollte man da den einen finden, den man braucht. Heutzutage geht das zügig. Kurz zu Mister Wong, Suchwort oder Tag eingegeben und man hat den Bookmark griffparat, sofern man genug Sorgfalt bei der Wahl der Tags hat walten lassen.

Bookmarks bewertet durch Benutzer

Und auch neue Bookmarks findet man schnell. Oft verlasse ich mich mehr auf die implizite Bewertung eines Links bei Mister Wong (sichtbar an der Anzahl Bookmarks auf diesen Link) als auf ein Ergebnis bei Google. Bei Google findet man leider dann doch zu gewissen Themen eher Dialer-Seiten als die gewünschten. Gefährliche Themen sind z. B. "Hochzeitsspiele" oder ähnliches.

Segensreiche Quelle neuer Bookmarks

Immer wieder stolpere ich bei Mister Wong auch über neue interessante Bookmarks. In den Anfängen von Mister Wong noch eher per Zufall. Jetzt inzwischen wohlorganisiert: entweder über die Charts oder aber über den Newsletter, der allwöchentlich Linkvorschläge enthält, die zu einem passen. Und sie passen! Und von meinem Gefühl her passen sie immer besser. Das mag entweder daran liegen, dass der Bewertungsalgorithmus bei Mister Wong verfeinert wurde - oder einfach daran, dass ich mehr Bookmarks habe und damit eine Bewertung leichter fällt.

Probleme?

Ja, es gibt auch Probleme - oder besser vielleicht: offene Wünsche. So gibt es z. B. immer noch das Problem, dass, wenn man in seinen Bookmarks per Freitext (also nicht per Tag) sucht, dass man dann die Links nicht bearbeiten kann. Der Workaround ist den Link zu suchen, zu besuchen und noch einmal neu zu bookmarken. Dann erkennt Mister Wong, dass man den Link schon hat und bietet ihn zur Bearbeitung an. Ein weiteres Problem: Veraltete Links. So habe ich gerade mal meine ersten Bookmarks betrachtet - und wie ich es schon vermutete: Einer der ersten Links ist bereits veraltet. Ein Link zum "GIMPShop", damalige URL: http://www.gimpshop.net/. Über Google fand ich nun raus, dass der GIMPShop eine neue URL hat: http://www.gimpshop.com/. Hier wünschte ich mir von Mister Wong eine Unterstützung, solch alte Bookmarks zu finden und zu löschen oder anzupassen. Nun, ich werde es einfach mal dem Team vorschlagen.

Fazit

Das Fazit ist kurz und aussagekräftig: Ich steuere jetzt auf die 2000 zu!

Sonntag, 27. Januar 2008

Kampf der Routenplaner

oder: Auf Irrwegen durch die Wingst

Heute waren wir zu einem 90. Geburtstag eingeladen. Gefeiert wurde im Gasthaus zur Linde, Lamstedter Straße 12 in 21789 Wingst/Weißenmoor. Unsere Fahrt ging los in Hamburg und meiner Frau war zumindest die grobe Strecke bis zur B73 und ein bisschen weiter bekannt.

Ich, als Freund von Routenplanern, machte mir am Abend zuvor die Mühe, die Strecke von einem Routenplaner auskundschaften zu lassen. Ich kenne mehrere, aber da ich Google Earth bei mir installiert habe, dachte ich, ich greife dort einfach mal zu: Das Ergebnis war (wie überraschend) identisch zu dem in Google Maps: In Hechthausen von der B73 abfahren und dann 20 Kilometer über die Dörfer fahren. Die Strecke erschien mir auf den ersten Blick so kompliziert, dass ich beschloss doch lieber auf Routenplaner im Internet zu vertrauen.

So begab ich mich dann vertrauensvoll in die Hände von Falk, die ich zumindest bei Kartenmaterial immer sehr schätze. Die Route dort sah um einiges annehmbarer aus: Bis Althemmoor und dann noch ca. 5 Kilometer durch Hemmoor hindurch.

Der 1. Praxistest: Diese Strecke druckte ich aus und es ging los. Um es kurz zu machen: Es war eine Katastrophe. Zum einen hatte ich vergessen, auch mal ein wenig der Strecke davor mit auszudrucken, um so besser beurteilen zu können wo wir sind. Dann kam endlich eine Straße, die auf der Karte erwähnt wurde: Dubben. Nach Wegbeschreibung und Karte hätten wir gleich die nächste links ab auf die Bergstraße fahren müssen. Entweder waren wir blind oder die Bergstraße existierte gar nicht – ich tippe auf ersteres – auf jeden Fall fanden wir die Straße nicht und brausten so verunsichert an anderen Straßen vorbei, die links abgingen.

Zum Glück hatte meine Schwiegermutter uns noch eine knackige Kurzbeschreibung gegeben: B73, dann Richtung Bülkau und wenige Meter später wären wir da. Und: Sie hatte Recht. Punktsieg für den Routenplaner Schwiegermutter.

Ich verfluchte die Routenplaner im Internet und beschloss: Ich führe einen Wettbewerb der Routenplaner durch, um zu sehen welcher gewinnen würde. Einziges Entscheidungskriterium: Wer würde die Route finden, die uns der perfekte Routenplaner Schwiegermutter geliefert hat? Startpunkt "Hamburg" (ohne Straßenangabe), Ziel: Das Gasthaus mit der obigen Adresse.

Angetreten sind:

Um es vorweg zu nehmen: Bis auf einen Routenplaner hat keiner die (in meinen Augen) richtige Strecke gefunden. Die meisten entschieden sich für die Route von Falk.de, die ich eingangs erwähnt hatte: Verständlich insofern, als dass die Schwiegermutter-Strecke erfordert, dass man eigentlich erst einmal am Ziel vorbei fährt. Aber die logische Strecke ist nun einmal nicht immer die, die am leichtesten zu fahren ist.

Absolutes Highlight der kuriosen Ergebnisse war für mich übrigens Map24.de. Der Routenplaner wollte uns glatt per Fähre Glückstadt – Wischhafen dem Ziel näher bringen. Ich mag die Fähre – aber diese Strecke wäre meiner Meinung nach die zeitintensivste gewesen.

Und der Gewinner ist: ViaMichelin. Dort gibt es eine Vielzahl von Optionen, nach denen man eine Route berechnen kann:

  • Von Michelin empfohlen
  • Schnell
  • Kurz
  • Wirtschaftlich
  • Entdeckung

Und für mich noch besonders interessant: Berechnung für Fuß- und Fahrradwege (allerdings nur in Städten). Das werde ich demnächst mal probieren.

Von Michelin empfohlen lieferte die gewünschte Strecke. Beschrieben ist diese Art der Streckenführung als:

Die "empfohlene" Strecke berücksichtigt die Sicherheit und den Komfort und schlägt einen guten Kompromiß zwischen Zeit/Distanz vor.

Dieser Beschreibung kann ich zumindest für dies Beispiel unumwunden zustimmen. Übrigens liefert auch Michelin die am häufigsten vorgeschlagene Strecke als wirtschaftlichste.

Fazit: Die nächste Routenplanung erfolgt also auf jeden Fall mit ViaMichelin – und ich weiß auch schon, womit ich ein Navigationsgerät quälen werde, wenn ich denn je einen Kauf in Erwägung ziehen sollte: Genau mit dieser Strecke.

Noch ein Nachtrag: Ich war mir unsicher, ob ich das Kartenmaterial der Routenplaner hier hinzufügen durfte – daher habe ich es gelassen. Macht Euch einfach selbst ein Bild. Empfehlen kann ich übrigens den Meta-Routenplaner von Web.de, der sich allerdings selbst auch Routenplaner nennt. In Wahrheit steckt dahinter aber ein Dienst, der zu 5 der 7 oben genannten Routenplaner einen einheitlichen Zugriff bietet. Ideal um den Test mal mit eigenen Routen durchzuführen.

Viel Spaß bei Eurer nächsten Fahrt!

Freitag, 5. Oktober 2007

Super Web2.0 Brothers

Super Web2.0 Brothers Die etwas andere Art das Web2.0 zu entdecken: webquartett.de. Und eine interessante Produkt-Idee zudem: Benutzer können Ihr eigenes Quartett zusammenstellen aus diversen Web2.0 Unternehmen. Dies Quartett kann man dann für € 7,99 (zzgl. € 1,50) kaufen. Sowohl man selbst aber auch jeder andere. Meines kann man dort nun auch kaufen.

Gut fand ich, dass ich dort mal wieder einige mir unbekannte Web2.0-Unternehmen kennenlernen konnte. Schlecht fand ich, dass man aus 53 Unternehmen die 32 für sein Kartenspiel aussuchen sollte: Ich wollte die 32 tollsten haben... aber nach 10 Stück wurde die Suche zäh. Ich glaube, es wäre mir einfacher gefallen, die 32 schlechtesten zu finden.

Auf den ersten Blick missfiel mir etwa helpster.de. Gar nicht etwa vom Inhalt oder der Community her, die habe ich nämlich gar nicht weiter betrachtet. Sondern, dass eine Seite, die sich um das Thema Gesundheit kümmert, wie z. B. Bewertungen von Ärzten, gleichzeitig so wenig im Bereich Barrierefreiheit tut: Auf der Ärztedatenbank-Seite gibt es z. B. einen durchaus wichtigen einleitenden Text, dass die Dienste und Informationen von helpster.de nicht eine professionelle Beratung etc. durch einen Arzt ersetzen können. Der Text ist aber kein Text: Er ist ein Bild. Ein Bild mit dem bezeichnenden ?!? Dateinamen: „disc_full.gif“. Die Idee von helpster.de finde ich aber gut: Suche nach Ärzten, die von der Community bewertet worden sind.

Toll finde ich natürlich, dass auch Mister Wong dabei ist. Folgende, mir noch unbekannte Seiten, fand ich außerdem auf den ersten Blick interessant:

  • Jimdo - Pages to the People – hier kann man sich wohl schnell seine eigene Homepage zusammenklicken. Und zwar nicht nur eine Seite, sondern gleich mehrere Seiten. Werde ich wohl mal antesten.
  • YiGG.de - Community News & More – hier kann man Nachrichten bewerten. In Zeiten der Informationsflut könnte dies eine gute Möglichkeit sein, nicht das wichtigste zu verpassen. Angemeldet habe ich mich... mal sehen, ob ich es auch nutze.
  • erento: mieten und vermieten (warum eigentlich alles klein geschrieben?) – bei webquartett.de wird man erschlagen von Preisvergleichsplattformen und Shoppingplattformen. Da stach erento wohltuend hervor: Hier kann man nach Dingen suchen, die man mieten kann. Sei es ein Rasenmäher, ein Bohrhammer oder ein Ferrari.
  • DaWanda – tut sich wohltuend bei den Shoppingplattformen hervor. Hier kann man Handgemachtes kaufen oder verkaufen. Hier kann man bestimmt das Geschenk finden, was noch keiner hat.

Donnerstag, 30. August 2007

Umgezogen

Wir sind umgezogen... Ok, nichts aufwendiges: Nur von einem Stadtteil Hamburgs in den anderen. Nichtsdestotrotz mit viel Schweiß und Mühen verbunden. Gerade, weil die neue Wohnung leider in einem wesentlich schlechteren Zustand war, als wir bei Besichtigung und Übernahme erkennen konnten.

Nur einen Luxus haben wir uns diesmal gegönnt: Den Transport übernahm eine Möbelspedition, die A-Z Möbelspedition aus Hamburg. Mehr über diesen Umzug als auch über das Unternehmen habe ich in meinen Qype-Bericht geschrieben. Viel Spaß beim Lesen.

Dienstag, 24. Juli 2007

SEO per pedes

Derzeit schwimme ich gerade auf der Welle des Web 2.0. Vor allem begeistert mich das, was gemeinhin als social bezeichnet wird: Mister Wong ist ein Beispiel dafür. Dort verwalte ich meine Bookmarks online und habe sie so auf der Arbeit und daheim immer stets präsent. Außerdem erfahre ich etwa über die Charts, was es eventuell noch an tollen neuen Seiten gibt.

Der Vorteil von Mister Wong gegenüber den Web 1.0 Suchmaschinen: Dort werden Inhalte von Menschen wie Dir und mir gespeichert. Schlagworte/Tags werden von Menschen statt von Maschinen vergeben. Somit gibt es keinen Algorithmus, mit dem man die Suchmaschine Mister Wong zum Fallen bringen kann.

Natürlich gibt es die Möglichkeit auch dort Bookmarks als Spam zu hinterlegen. Ich selbst bemühe mich, wenn mir dies auffällt, gleich mit dem Mister Wong Team Kontakt aufzunehmen, um das Ganze ein wenig sauber zu halten. Wie lange das funktioniert? Keine Ahnung.

Letztens bekam ich aber eine Email, die mich förmlich vom Hocker gehauen hat. Ich bezeichne sie als SEO per pedes (Suchmaschinenoptimierung zu Fuß). In der Email wurde ich nett angesprochen (Du hast viele Bookmarks bei Mister Wong) und bekam dazu Geld versprochen. Aber lest selbst. Ich habe den Brief anonymisiert, weil ich nicht gedenke, mit diesem Posting doch noch Werbung für die betreffende Seite zu machen:

Hallo Mark,

ich bin auf deine Links bei Mister Wong gestoßen - unter: http://www.mister-wong.de/user/Thragor/ Deine Links sind umfangreich und aktuell - und ein öffentlicher Link in deiner Liste wäre daher vielleicht auch für Google-Rankings wertvoll.

Für einen dauerhaften Link würde ich dir daher gern (ohne weitere Gegenleistung) einmalig einen kleinen Geldbetrag überweisen - im Vertrauen, dass du ihn nicht gleich wieder entfernst. Falls du einen oder mehrere Links setzt, teile mir danach einfach eine Bankverbindung mit. Ich biete dir 10 Euro für einen Link, 15 Euro für zwei und 20 Euro für drei Links zu meinen Seiten.

[...]

Meine Wunschlinks:

  1. URL: http://[...]
    Titel: [...] im Vergleich
    Kommentar (Vorschlag): [...]
  2. [...]

Da bot mir also tatsächlich jemand Geld dafür, die Suchmaschine, die ich neben Google am liebsten nutze, kaputt zu machen, indem ich dort Bookmark Spam ablege.

Durch Kontakt mit dem Geschäftsführer von construktiv, den Machern von Mister Wong, erfuhr ich, dass der Herr nicht nur mich angeschrieben hatte, sondern auch einige andere, die sich beschwert hatten. Nur zwei waren ganz offensichtlich auf sein Angebot eingegangen.

Nachdem der Autor der Email erfuhr, dass er auf Mister Wong gesperrt wurde, bekam ich eine Email von ihm, mit der Bitte, mich bei Mister Wong für ihn einzusetzen. Er habe die AGB einfach vorher nicht gelesen und wusste nichts von seinem Vergehen. Außerdem habe er nur mich und eine andere Person angeschrieben. Gleichzeitig bat er mich, drei Seiten von ihm zu bookmarken, die bestimmt keine Werbung beinhalten würden. Die Email führe ich hier mal nicht an, aber Ausschnitte meiner Antwort:

Sehr geehrter Herr [...],

[...]

Als ich Ihre erste Mail erhielt war ich aus mehreren Gründen verärgert. Zum einen wirkte sie wie Spam (im Sinne von Massenmails). Keinerlei persönlicher Bezug außer dem Namen, eine vorgefertigte Maske. Solche Mails bekomme ich jeden Tag dutzendfach, meist weniger gehaltvoll und sicherlich nerviger als die Ihre. Dies war der erste Grund für mein Ärgernis.

Der zweite war, dass Sie mich bitten aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung Ihre Links mit aufzunehmen. Darin sehe ich eine Verletzung dessen, was ich aus meinem tiefsten Selbst heraus als Web 2.0 empfinde. Damit wird der Sinn von Social Bookmarking ad absurdum geführt. Dazu muss man meines Erachtens keine AGB oder ähnliches der Betreiber lesen. Es gehört für mich eigentlich zum guten Ton, vielleicht sogar zur Netiquette im Internet dieses Social Web nicht zu missbrauchen.

Der dritte Grund war, dass Sie mir Geld dafür geboten haben. Ich bookmarke nicht für Geld. Zum einen wirkte dadurch Ihre Mail unseriös (ich bekomme immer mal wieder Geld geboten in wohlbekannten Spam-Mails geboten) und zum anderen fühlte ich mich dadurch bestochen und nicht für voll genommen.

Sie scheinen mit Ihrer Taktik ja erfolgreich zu sein. Immerhin haben sie es beim Heise SEO Wettbewerb auf Platz [...] geschafft. Und auch sonst sind Ihre Links vielfach im Internet zu finden. Teilweise selbst als unscheinbare Links in ernsthaften Foren, wo sie auch mehr wie Spam wirken als wie alles andere. Darum bringt es sicherlich nichts, Ihnen zu sagen, wie sie Leute wie mich dazu kriegen könnten, Ihre Seiten zu bookmarken. Trotzdem will ich es Ihnen erläutern: Wenn Sie in einer persönlichen Mail mir z. B. gesagt hätten "Ich sehe, Du hast das und das Interesse. Magst Du Dir vielleicht auch mal meine Webseiten ansehen." so wäre Ihnen ein Klick von mir sicher gewesen und vielleicht sogar ein Bookmark, wenn ich den Inhalt der Seite für gut befunden hätte.

Immerhin haben Sie es durch Ihre jetzige Mail geschafft, einen "Klick" reicher zu sein. Leider gleich meine nächste Enttäuschung: Die Seite [...] ist eben nicht werbefrei, sondern führt direkt zu den buch24.de Links. An den Links finde ich nichts verwerfliches. Immerhin sind sie deutlich als Werbung gekennzeichnet. Aber dann können Sie in Ihrer Mail nicht die Behauptung aufstellen, die Seite sei werbefrei.

Mich bei Mister Wong für Sie einzusetzen würde daher meinem innersten Selbst widersprechen. Auch wenn ich Vorgehen wie die Ihren wohl oder übel tolerieren muss in den Weiten des Internet - gutheißen kann ich sie nicht. Dazu erlebe ich inzwischen zu viele Suchmaschinen die "kaputtoptimiert" sind.

Schade eigentlich... Ihre [...]-Seite ist sehr interessant und wäre mir einen Bookmark wert gewesen. Aber eben nicht gegen Geld, nicht auf diese Art.

Wie ich ja von Mister Wong erfuhr, bin ich nicht der einzige gewesen, der offensichtlich etwas gegen solche Machenschaften hat. Daher hege ich noch die Hoffnung, dass das Social Web auch mit solchen Problemen fertig werden kann.

Übrigens habe ich auf meine Antwort-Email nie wieder eine Reaktion bekommen...

Mittwoch, 16. Mai 2007

Das Spam-Versteck

Spam ist leider allgegenwärtig im Internet. Es gibt viele Empfehlungen ihm zu begegnen: Firewalls und Antivirenprogramme bieten den Schutz des Rechners selbst. Spamfilter im Email-Programm und möglichst auch beim Email-Provider bieten effektive Filter. Manchmal zu effektiv: Auch erwünschte Mails können aus Versehen als Spam erkannt werden. Daher sollte man die Emails trotzdem nicht unbesehen löschen. Der vorsichtige Umgang mit den eigenen Daten ist aber wohl das Wichtigste.

Mein Ansatz sind zunächst einmal zwei Email-Adressen:

  • Eine Email verwende ich im öffentlichen Netz, d. h. in Foren oder hier als Anschrift im Blog.
  • Eine zweite Email verwende ich nur im privaten Umfeld: Freunde und Bekannte bekommen diese von mir.

Als nächstes gibt es so tolle Dienste wie Spamgourmet. Dort kann man sich generische Email-Adressen z. B. für die Teilnahme an Gewinnspielen erstellen. Zum Beispiel könnte ich als Adresse angeben: stopspam.1.jeanluc@spamgourmet.com; An diese Email-Adresse könnte genau einmal eine Mail versendet werden, die dann an mich weitergeleitet wird. Alle anderen Mails werden verspeist und landen im Nirwana. Kleiner Tipp: Will man nur sicherstellen, dass man erkennt, wo man die Email-Adresse verwendet hat, kann man als erlaubten Absender einfach .* (Punkt, Stern) angeben. So kann ich mit Email-Adressen wie wikipedia.1.jeanluc oder blog.1.jeanluc feststellen, wo jemand meine Email-Adresse aufgegriffen hat.

Will man der Impressumspflicht nachkommen, muss man Anschrift und Email öffentlich machen. Im Reintext kann jeder von Spamversendern eingesetzte Webcrawler diese Daten auf den Internet-Seiten auslesen. Um diesem Problem zu begegnen gibt es ein paar Tricks:

  • Adressdaten als Grafik hinterlegen; hat den Nachteil, dass es sich nicht an die Schriftgröße anpasst, falls jemand diese im Browser zur besseren Lesbarkeit verändert. Und Screenreader haben keine Chance diesen Text vorzulesen.
  • Adressdaten nur im HTML-Quellcode verschlüsseln; zur Zeit wende ich dies Verfahren an. Wer z. B. meine Adresse unten kopiert, erhält (leider) bei Einfügen so kryptischen Zeichensalat wie: Vtörrasgtoe… statt Vörste…. Das habe ich dadurch erreicht, dass ich einige Bereiche mit <span style="display:none;"> ausblende. Vorteil: Die Schrift vergrößert sich ganz nach Benutzerwünschen. Nachteile: Screenreader kommen damit eventuell nicht klar und ein einfaches Kopieren/Einfügen, um mir eine Email zu senden, funktioniert auch nicht.
  • Bleibt noch der Einsatz von JavaScript. Z. B. bietet Wolfram WOK Eßer auf seiner Seite unter Neues/Service eine Möglichkeit einen verschlüsselten mailto:-Link zu erzeugen. Für Webcrawler nicht lesbar. Aber: Jeder der auf den Email-Link klickt bekommt wie gewohnt z. B. das Email-Programm mit der richtigen Adresse geöffnet. Nachteil: Auch hier sind Screenreader überfordert.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Möglichkeiten. Mir fällt z. B. noch die komplizierte Lösung ein, den Email-Kontakt nur über ein Formular zuzulassen. Aber das ist sicherlich aufwendiger als die oben genannten Lösungen.

Es ist schade, dass man heutzutage so viel Aufwand treiben muss, um nicht in Spam zu ertrinken. Und vor allem, dass der getriebene Aufwand meist dazu führt, dass z. B. Sehbehinderten der Zugang zum Web noch mehr erschwert wird; siehe meine Kommentare zum Verstecken der Email-Adresse. Und: Keine Lösung ist je sicher, nicht doch noch erfasst zu werden. Sie muss nur beliebt genug sein. Dann lohnt sich für die Spamversender der Aufwand, die Verschlüsselung zu knacken.