Manchmal hat man das Glück, dass man sich auf den Tod eines nahen Menschen vorbereiten kann. Ich hatte dies Glück – und ich hatte das Glück, dass ein Lied mich in dieser Zeit begleitet hat. Der Name des Künstlers ist vielleicht in dieser Situation nicht so passend – Unheilig – auch bekannt als “Der Graf”. Sein Titel aber ist genauso gefühlvoll wie sein Hit “Mein Stern” und lautet: “An deiner Seite”. Ich habe dieses Lied wieder und immer wieder gehört und besonders die letzten Zeilen haben sich in mein Herz gebrannt:
Lass dich fallen und schlaf ganz einfach ein. Ich werde für immer an deiner Seite sein.
Wer ein Lied zum Abschied nehmen sucht, oder ein Lied, um seine Trauer zu verarbeiten, dem lege ich dies Lied wirklich ans Herz:
Inmitten des EG-Mitgliedsstaates Deutschland fanden Nuklear-Archäologen diese Woche ein weiteres sogenanntes Atommüll-Endlager in der Nähe der Elbe. Es gilt als der vielversprechendste Fund der letzten 50 Jahre zur Aufklärung des plötzlichen Todes von Millionen von Menschen Ende des 21. Jahrhunderts…
Könnte so eine Zeitungsmeldung der Zukunft aussehen? Seit die schwarz-gelbe Regierung eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke angekündigt hat, ärgere ich mich mehr und mehr über die offensichtliche Kurzsichtigkeit der Politiker. Endlagerung ist ja geklärt, oder? “Endlager” was für ein vielversprechendes Wort. Es klingt so final, so als könnte man das, was dann dort gelagert wird, in Zukunft vergessen. Wie war das noch mit der Asse?
Und haben wir ein Problem mit veralteten Atommeilern? Tschernobyl ist auch schon lange her und wir haben es überlebt – oder? Wie war es denn gerade jüngst, als die Brände rund um Moskau wüteten? Plötzlich wurde der Geist von 1986 wieder lebendig. Nur 24 Jahre nach dem Unglück drohten die Brände wieder radioaktive Asche in die Luft zu befördern, die unser Leben hier in Deutschland hätten gefährden können. Wie gut, dass früh die Meldung kam, die Wolke werde uns diesmal nicht treffen.
24 Jahre… meine Kinder wissen nicht einmal etwas von Tschernobyl. Und selbst bei mir war Tschernobyl eher im passiven Teil meines Gedächtnisses abgelegt.
Eine niedliche Gummiente… plötzlich dahingerafft durch einen Mini-Super-GAU.
Und wie kam ich auf die Archäologen? Nun, wir forschen im Müll untergegangener Zivilisationen, um zu erfahren, wie die Menschen damals lebten… und gerade dies Wochenende meldete die lokale Wochenzeitung “Markt” unter dem Titel Artefakte für die Historiker der Zukunft, dass im Spiekerhus im Museumsdorf Volksdorf bei der Grundsteinlegung Informationen in einer Kupferkassette für eben die Archäologen der Zukunft abgelegt worden seien. Was werden diese Archäologen wohl über uns denken, wenn sie einmal diese lieb gemeinte Kassette in den Händen halten – und dann sich aber auch diesem Atommüll-Endlager gegenüberstehen?
Ich habe heutzutage weniger Probleme meine Kinder aufzuklären (dank so schönen Büchern wie Peter, Ida und Minimum) als ihnen zu erklären, was für schreckliche Hinterlassenschaften wir ihnen heutzutage bereitstellen.
Ich wollte nur kurz jedem sagen: Habt Spaß bei der Fifa Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Und als Gruß nach Südafrika, bette ich hier die Nationalhymne Südafrikas ein, die ich mir wirklich gerne anhöre – besonders diese Version, die ich bei YouTube gefunden habe:
Oh, und ich kann gar nicht mehr aufhören, dem Lied von K’naan “Wavin’ Flag” zu lauschen – speziell der Version mit Nancy Ajram: